Was ist mir Natur wert?

Mitmachformat zur Bedeutung von Natur in der Stadt
Foto: Julia Bergmeister

Welchen Wert haben Bäume, Wasserflächen oder Trinkbrunnen in der Stadt – heute und in Zukunft? Und was wäre, wenn wir Natur als Kapital betrachten und ihre Ressourcen und Leistungen mit einem Preisschild versehen? Wie viel sind wir bereit, in städtische Natur zu investieren?

Durch den Klimawandel stellt sich die Frage nach der Bedeutung von städtischer Natur und der Gestaltung unserer Lebensräume immer dringlicher. Mit dem Mitmachformat „Was ist mir Natur wert?“ lädt UnDesignUnit in der von dem Münchner Studio kuratierten Ausstellung „Stadt Land Fluss“ dazu ein, genau diesen Fragen gemeinsam spielerisch nachzugehen.

Natur ist das Kapital unserer Zukunft: Sie kühlt Städte, reinigt Wasser, schützt vor Extremwetter und spart so immense Kosten. Konkret: Klimaschutz zahlt sich aus und ist um ein Vielfaches günstiger als Nichtstun – doch wird der ökonomische Wert von Natur bisher oft ignoriert. Das ändert sich allmählich. Angesichts von Klimawandel und Biodiversitätsverlust werden Modelle wie CO₂-Bepreisung, Umweltsteuern oder neue Gebühren für Ressourcennutzung diskutiert.

Das Format greift diese Entwicklung auf und macht sie erfahrbar: Aus unterschiedlichen Perspektiven entscheiden die Teilnehmenden, welchen (Mehr-)Wert Natur für sie persönlich und für die Stadtgesellschaft hat – und haben sollte.

Ausgangspunkt ist die frühere Nutzung der Rathausgalerie als Kassenhalle, die als Sinnbild für die Transaktionen zwischen der Stadt und ihren Bürger*innen und für die Vorstellung von Natur als Ware steht. Dort, wo früher Gebühren an die Stadt gezahlt wurden, laden die Kuratorinnen dazu ein, sich über den Wert von Natur im städtischen Kontext Gedanken zu machen und spielerisch eine eigene Haltung zu finden.

An einem stilisierten Kassenhäuschen, das auf die Schalter der einstigen Kassenhalle verweist, kann man spielerisch verschiedene Perspektiven einnehmen – vom Jugendlichen über die Stadträtin bis hin zum Stadtplaner – und Maßnahmen andenken, die den öffentlichen Raum zugunsten verschiedener Interessen und Nutzungen umgestalten. Ein Plan der Münchner Altstadt, der wie ein großes Spielbrett im Raum inszeniert ist, fordert dazu auf, mit Spielmaterialien auszuhandeln, wie innerstädtische Flächen genutzt und gestaltet werden können – und welche Rolle Natur dabei spielt.

Im Verlauf der Ausstellung wird über die ausgefüllten Karten am Kassenhäuschen und das sich verändernde Szenario auf dem Spielplan sichtbar, was den Besucher*innen wichtig ist und welche Maßnahmen sie vorschlagen. Dabei dienen das Kassenhäuschen und der Spielplan als Vehikel, sich im Zeitalter des Klimawandels in die Gestaltung unseres öffentlichen Raums spielerisch und diskursiv einzubringen und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen..

Die erstmalige Umsetzung des Projekts im Kontext der Ausstellung „Stadt Land Fluss – Was ist mir Natur wert?” (27.09.–09.11.2025) wurde gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München und dem Koordinierungsbüro zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Das Mitmachformat war 2026 im Kontext der MCBW als Playground of Possibilities in der Architekturgalerie e.V. zu erleben und bei der Stadtteilwoche Sendling-Obersendling in Kooperation mit der Rathausgalerie GO unterwegs.

Die Veranstaltung im Kontext der MCBW wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert. Im Rahmen der Antragstellung erfolgte die Beratung von bayern design.

Kuration & Konzept: UnDesignUnit l Sarah Dorkenwald und Karianne Fogelberg

Illustrationen Mitmach-Format: Barbara Schulze Frenking
Architektur Mitmach-Format: Robert Keil

Die Rathausgalerie ist ein Kunstraum des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.
Verantwortlich für das Kunstprogramm: Nina Oswald
Verantwortlich für Kunstvermittlung und Veranstaltungen: Stephanie Lyakine-Schönweitz
CI und Grafik: PARAT.cc, München

 

Foto: Fabian Frinzel
Foto: Julia Bergmeister
Foto: Julia Bergmeister
Foto: Julia Bergmeister