Im Wintersemester 2024/25 untersuchten Architekturstudierende am Lehrstuhl für Bildende Kunst unter Leitung von Prof. Karianne Fogelberg das Übrige aus der Perspektive der Kunst. Das Semesterthema „was übrig bleibt“ war eine Einladung, das Übrige fern von üblichen Nutzungsszenarien und Wertschöpfungs- überlegungen in den Blick zu nehmen und seine Unbeständigkeit und Ambivalenz künstlerisch zu erforschen.
Wir produzieren unaufhörlich Dinge, Bilder, Daten, Geräte, Systeme und Versprechen. Wir schürfen Energie und Rohstoffe und transformieren dabei ganze Landschaften und Kontinente. Wir entwerfen Neues ohne Unterlass – neue Produkte, Materialien, Technologien und Gebäude bis hin zu ganzen Städten – und schaffen fortwährend neue Anwendungen und Bedürfnisse.
Aber was bleibt übrig? Sind es ausgezehrte Landschaften, erschöpfte Ressourcen, überlastete Strukturen und ausgebrannte Menschen? Sind es Riesenmengen an Ausschuss und Müll? Was machen wir mit dem Übriggebliebenen, und was macht es mit uns? Bringt es uns zum Handeln, oder blockiert es uns? Wo beginnt das Übriggebliebene, wo hört es auf? Welche Zeitlichkeiten, welche gesellschaftlichen Übereinkünfte, welche Hypotheken, aber auch welche Potentiale stecken darin?
Die Frage nach dem Übriggebliebenen eröffnete vielgestaltige Möglichkeiten, mit Vorhandenem, Verdrängtem und Vergessenem zu arbeiten.
Die entstandenen Einzel- und Gruppenarbeiten umfassten alle künstlerischen Medien, von Skulptur, Objekt, Installation, Fotografie, Video und Multimedia bis hin zur Performance. Sie regten zur Beschäftigung mit den vielfältigen Fragen an, die das Übrige an uns stellt, und eröffneten damit Einblicke in die Themen und Anliegen unserer Gegenwart. Sie wurden im Februar 2025 in einer gemeinsamen Ausstellung im Vorhoelzer Forum präsentiert.
Arbeitsweise: Die Kurse gliedern sich in drei Phasen: In der ersten Phase erforschen die Studierenden das Semesterthema und finden ihren eigenen Zugang dazu (Exploration). In der zweiten Phase realisieren sie eine künstlerische Arbeit, die ihre persönliche Erfahrung widerspiegelt (Realisierungsphase). Anschließend erarbeiten sie einen Weg, ihr Kunstwerk als Teil der gemeinsamen Ausstellung des Lehrstuhls für Bildende Kunst am Ende des Semesters zu präsentieren (Werkpräsentation).
Studierende: 7./8. Semester BA Architektur; 1./2. Semester MA Architektur.