Die Ausstellung „Stadt Land Fluss“ eröffnet neue Perspektiven auf die vielgestaltigen Beziehungen zwischen uns Menschen und der Natur in der Stadt. Die Kuratorinnen Sarah Dorkenwald und Karianne Fogelberg versammeln ausgewählte zeitgenössische Positionen aus Design, Kunst und Architektur, die verschiedene Formen des Zusammenlebens in den Blick nehmen, und fügen sie in der Rathausgalerie zu einem kaleidoskopartigen Kosmos zusammen.
„Stadt Land Fluss“ lädt dazu ein, über unsere ambivalenten und sich ständig verändernden Beziehungen zur Natur nachzudenken. In einer Welt, die größtenteils von der Annahme geprägt ist, die Natur sei eine unversiegbare Ressource, fordern Sarah Dorkenwald und Karianne Fogelberg zu einem Perspektivwechsel auf. Natur wird hier nicht als passive Kulisse betrachtet, sondern als Akteur in unserer urbanen Lebenswelt, und Stadt, Land und Fluss nicht als separate Einheiten sondern als eng miteinander verwobene, gemeinsame Lebensräume.
Die gezeigten Arbeiten schaffen diskursive und auch sinnliche Bezüge zwischen uns und unserer Umwelt. Sie greifen aktuelle Fragestellungen auf und regen dazu an, über Interessenkonflikte und Machtgefüge nachzudenken, oder Lösungen zu suchen, um eine nachhaltigere und gerechtere Zukunft für alle in unserer Stadt zu gestalten.
In ihr Konzept beziehen die Kuratorinnen die Rathausgalerie mit ihrer einstigen Nutzung als Kassenhalle für Transaktionen zwischen der Stadt und ihren Bürger*innen mit ein. Dort, wo früher Einzahlungen an die Stadt getätigt wurden, laden sie mit einem Mitmach-Format zur spielerischen Auseinandersetzung mit der Frage „Was ist mir Natur wert?“ ein.
An einem Plan der Münchner Altstadt, der wie ein großes Spielbrett im Raum inszeniert ist, können die Teilnehmenden mit Spielmaterialien aushandeln, welche Veränderungen notwendig sind, um etwa mehr Grünflächen oder Trinkbrunnen in der Stadt zu schaffen – auch wenn das bedeutet, auf anderes zu verzichten. Dabei erfahren sie, welche Kosten und Nutzen mit verschiedenen Flächennutzungen verbunden sind, und wie sich diese auf die Lebensqualität in der Stadt auswirken.
Spielerisch wird so die Möglichkeit eröffnet, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie wir öffentlichen Raum nutzen wollen – einer Frage, die im Zeitalter des Klimawandels aktueller ist denn je.
Alle in der Ausstellung vertretenen Positionen und Projekte:
Animal Fiction; Barfly – Drinks for Insects; Chirpfood; Cooking Sections; Judith Egger; Verena Hägler und Nicola Reiter; Ute Heim; Adrien Missika; Office for Micro Climate Cultivation; Opposite Office; Kat Petroschkat; Kat Petroschkat und Susanne Schmitt; Raumlabor; Sinus Tweets; Studio Animal-Aided Design; Studio Ossidiana; The Process of Breaking Free; UnDesignUnit
Finanzierung und Fördermittel: Das Projekt wird gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München und dem Koordinierungsbüro zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.
Kuration & Ausstellungskonzept: UnDesignUnit l Sarah Dorkenwald und Karianne Fogelberg
Illustrationen Mitmach-Format: Barbara Schulze Frenking
Die Rathausgalerie ist ein Kunstraum des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.
Verantwortlich für das Kunstprogramm: Nina Oswald
Verantwortlich für Kunstvermittlung und Veranstaltungen: Stephanie Lyakine-Schönweitz
Verwaltung: Irmgard Schoder
Technik und Aufbau: Joseph Wandinger
CI und Grafik: PARAT.cc, München
Fotografie: Fabian Frinzel