Welche Zukunft erwartet uns im Alter? Welche Rolle werden Geräte zur Selbstvermessung und technische Assistenzsysteme spielen? Wer wird künftig darüber bestimmen, wer alt ist, und inwieweit wird es möglich sein, sich solchen normativen Einordnungen zu entziehen? Wie können wir selbstbestimmt und in Würde altern?
Der Workshop erforscht, wie vorherrschende Konzeptualisierungen vom Alter Vorstellungen von erfolgreichem Altern verpflichtet sind, und wie Produkte, Gebäude und Städte überwiegend junge und gesunde Nutzer*innen voraussetzen. Können aktuelle Designansätze wie Universal Design oder inklusives Design dazu beitragen, dies zu ändern? Oder braucht es ein viel grundlegenderes Umdenken, was Vorstellungen zum Alter betrifft? Welche alternativen Konzeptualisierungen von Alter gibt es jenseits der vorherrschenden binären Diskurse, die das Alter als unaufhaltsamen Verfall darstellen, den es unter Einsatz von Technologie und Pharmazeutika zu überwinden gilt?
Der interdisziplinäre Workshop verknüpft aktuelle theoretische Diskurse zum Altern mit gegenwärtigen Ansätzen aus Design und Architektur und lädt die Studierenden dazu ein, mit spekulativen Designmethoden alternative Zukünfte für das Altern zu entwerfen.
Auf die Lektüre von Beiträgen aus den kritischen Altersstudien, Science and Technology Studies, sowie ethischen Perspektiven und posthumanistischen Diskursen zum Verhältnis von Alter, Technologie und Körper folgen Gespräche zu aktuellen Ansätzen aus Design und Architektur (u.a. Human-Centered Design, Universal Design) mit Gästen aus dem Design- und Architektur-Programm der Akademie (Prof. Carmen Greutmann und Prof. Carlo Baumschlager).
Das Testen des Alterssimulationsanzugs der Firma SD&C bietet die Möglichkeit, das Altern als sinnlich-physische Erfahrung nachzuvollziehen. Der Urheber des Anzugs, Dr. Roland Schoeffel, berichtet vom Entstehungsprozess und verschiedenen Anwendungen.
Währenddessen entwerfen die Teilnehmenden alternative Zukünfte für das Altern mit spekulativen Designmethoden und im Dialog mit Industriedesign-Studierenden von der Folkwang Universität der Künste Essen, die sich ihrerseits mit Interfaces im Alltag älterer Menschen beschäftigen. Dabei arbeiten die Studierenden in hochschulübergreifenden Gruppen mit Design Thinking-Methoden.
Die Zukunft des Alterns – Spekulativer Workshop zum Verhältnis von Körper, Technologie und Alter im 21. Jahrhundert
Spekulativer Design Workshop im Kontext des cx-Jahresthemas »Die Gegenwart der Zukunft«, mit einer zweitägigen Exkursion und gemeinsamen Entwurfssession mit Designstudierenden der Folkwang Universität der Künste, in Kooperation mit Prof. Carolin Schreiber und Nina Pillen (BA Industrial Design, Folkwang Universität der Künste Essen), Sommersemester 2015
Konzipiert und realisiert von Karianne Fogelberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin für Design- und Architekturtheorie am centrum für interdisziplinäre studien, AdBK München